Eurovespa 2006 in Turin

Zum Frühstück in Turin – Eurovespa 2006

 Die Geschichte mit „dem Frühstück in Turin“ begann so:

 Herbst 2005 – Nachdem Turin als Austragungsort der Eurovespa 2006 feststand, einigten sich Tim und Toni mit dem Roller hinzufahren. Einige Zeit später entschloss sich auch der Bärtige mit dem Roller die Alpen zu überqueren.

 An Stammtischabenden und Monatsversammlungen kamen Zweifel und Gelächter auf ob Tim und Toni überhaupt rechzeitig losfahren würden. Man erinnere sich an die Eurovespa in Viterbo……..

 März 2006 - die Homepage der Turiner Veranstalter ist aktiv. Erste Versuche einen Campingplatz innerhalb der Stadt per Fax zu buchen gelangen (dachten wir!!!).

Tim erscheint nur gerüchteweise in Gesprächen als Teilnehmer – na ja, man würde sehen. Mittlerweile ist aber klar wer hinfahren will, es sind Rike und Fritz mit dem Bus. Toni, Tim und Thomas (Bärtiger) mit der Vespa.

 April 2006 – Nennungen sind nur per Email möglich, Toni meldet uns (auf Drängen von Rike) sehr frühzeitig an – was uns im nach hinein viele Enttäuschungen ersparen wird!

 Mai 2006 – gerüchteweise wird bekannt, dass es zu viele Nennungen gibt und deutsche Vereine abgelehnt würden.

 Abend des 14. Juni – Toni bringt seine Vespa zu Tim in der Hoffnung am nächsten Morgen pünktlich losfahren zu können. An Tim´s Vespa wird noch schnell ein Gepäckträger montiert und probeweise das Zelt aufgebaut.

 15. Juni 2006 – der große Tag der Abreise. Thomas ist zur rechten Zeit am Treffpunkt – Tim und Toni fehlen. Sie trinken noch Kaffee. Die Wartezeit ist rum, eine SMS noch und los geht’s! Per Telefon finden wir drei uns dann in Raststatt wieder. Der „Giessener Roller-Mehrkampf“, bestehend aus: Gepäck rauf- und runterpacken, Tanken, Ölen, Kaffe und Zigarette (Thomas ersatzweise weitertanken – Cosa sei dank) wird dann fürs nächste unsere hauptsächliche Beschäftigung sein. Später kommen  noch die Disziplinen gegenseitig aufbauen und Wachbleiben dazu.

In der Schweiz angekommen wird in Basel Station gemacht. Kaffe und Kuchen und erste Blicke auf die Karte wie denn jetzt weiter gefahren wird. Wie weit heute? Na ja, soweit die A-Backen tragen und Lust dazu besteht.

Wir lassen die grandiose Umgebung an uns vorbeirauschen. Morgens noch in der platten Wetterau, jetzt schon mitten in den Alpen, so macht rollern Spaß.  Wenige Stunden weiter sind wir am Vierwaldstätter See. Mit traumhafter Sicherheit nimmt Tim eine unscheinbare Autobahnausfahrt, führt uns in ein Dorf und dort direkt ans Seeufer. Gut, sogar spitze organisiert die Fahrtstrecke, Klasse ausgesucht! Aber, seit 20 Jahren besucht Tim diese einfache, unscheinbare Bank am See, den Fixpunkt seiner Orientierung (wahrscheinlich kennt er nur diese eine) um dort mal eben eine Zigarette zu rauchen, wenn er nach Süden fährt.

Nach dem Sturz in die Wirklichkeit ein Anruf bei Fritz und Rike. Alarm, Alarm! Buchungen oder Vorbestellungen sind beim Campingplatz-Betreiber no-no-Wörter. .. Sie haben vorbestellt? ... Ja.... Haben Sie eine Bestätigung? ... Nein ... Dann haben Sie auch nicht  vorbestellt! ... Daher seien die Campingplätze hart umkämpft und die Kapazität sei auch nicht so besonders hoch … Das fängt ja gut an.

Die Sperrung der Gotthard Straße und Autobahn zwingt uns zu einer Alternativroute. Über den Brünig-, Furka-, Grimsel- und Gotthardt-Pass fahren wir Richtung Chiasso. Unsere Planung sah vor, in der Nähe von Locarno zu Zelten und denn Rest am Folgetag unter die Räder  zu nehmen.

Die Steigungen zum Grimsel-Pass werden für Thomas zur Tortour, weil die Cosa den allgemein bekannten Vorurteilen: langsam, schwer, kein Durchzug alle Ehre macht.

Sie bemüht sich redlich den Reiseschnitt empfindlich zu reduzieren. Auf der Grimsel-Passhöhe frieren wir uns einen ab. Aber Cosa-Baby sorgt durch konsequentes Nichtanspringen für Durchblutung mittels anschieben lassen. Die Höhe von 2.500 m fordert ihren Tribut. Bei Passabfahrten ist Cosa wiederum gut dabei – Hydraulik-Bremsen sei Dank.

Toni und Tim machten sich weniger Gedanken über das Bremsen als viel mehr um das Gas geben. Denn die kurzfristige Planung sah vor, in Gletsch (zwischen Grimsel- und Furka-Pass) Treibstoff aufzunehmen. Kein Mensch konnte ahnen, dass Gletsch nur aus 6 alten Hütten mit verbretterten Fenstern bestand. Und so begaben wir uns ins nächste Abenteuer. Reichte der Sprit noch um über den Furka-Pass zu kommen? Zum Glück ja. Es hat bis zur nächsten Tankstelle gereicht. Aber nur weil wir nach der Furka-Pass-Höhe im Leerlauf den Berg runtergerollt sind. Nach dem Furka-Pass geht die Sonne unter. Was tun? Nun ja, taugliche Zeltplätze haben wir nicht gesehen – also weiter über den Gotthardt-Pass. Thomas´ Cosa packt es nur knapp über den Berg. Später stellt sich heraus, dass die Vergasereinstellung nicht optimal war.

(Anm. von Toni und Tim: Was ist an einer Cosa schon optimal?)

Es macht sich jetzt bemerkbar, dass die Schweizer in der Vergangenheit ein einsames und zurückhaltendes Bergvolk gewesen sind, dass auch heute noch konsequent nach alten Traditionen lebt. Eine davon besagt, das bei Einbruch der Dunkelheit – ersatzweise 22 Uhr – kein Laden, Campingplatz, Tankstelle mehr geöffnet sein darf. Fremde, Touristen oder sonstiges Nachtvolk sind den Gesetzen der Natur zu überlassen. Damit tatsächlich nur die stärksten überleben und was zu Essen und zu Trinken, Benzin oder ein Nachtlager finden, darf ihnen auf keinen Fall freiwillig geholfen werden.

Selbst die versuchte Tarnung als PKW – wir stehen zu dritt bei McDonalds in der Autoschlange am Drive-In Schalter - führen nur zu einem Teilerfolg. Wir bekommen genau:

1 x Pommes, 1 x Cola, 1 x MC irgendwas.  Ja wirklich .. „ wir lieben es...  „ uns so verarschen zu lassen. Thomas schwört: Nie wieder was bei denen in der Schweiz kaufen und gelobt er fahre jetzt so weit (unter Verweigerung der Nahrungsaufnahme), bis italienischer Boden unter den Räder liege und er auch ohne Beanstandung was zwischen die Zähne bekäme. Na, es wird abgemacht - man fährt bis zur nächsten Tanke wo es was zu beißen gibt.  An der nächsten Schweizer Autobahntankstelle dass selbe abweisende Bild – nein, hier kann nicht Europa sein – hier ist Absurdistan!

Italien kann auch bei Nacht sehr schön sein! Kurz nach der Grenze haben wir endlich alles was wir wollen: Was zu essen, was zu trinken Sprit, einen Sitzplatz ohne angepöbelt zu werden und freundlichen Bedienungen. Hm – wie weit noch? Ach ja, schon nach 2Uhr.

Hätte man ja nicht gedacht. Toni ist ziemlich platt, will nicht weiterfahren, Tim ist müde und hat  jetzt einen platten Hintern, Thomas ist zwar müde, könnte aber noch weitermachen.

Wie weit es wohl noch ist bis nach Turin? Toni sucht uns einen hübschen Zeltplatz sagt er. Dort angekommen holt uns wieder die Realität ein. 100 m hinter der Tankstelle, in Sichtweite der abgestellten LKW, hinter einer Hecke, nicht wirklich schön, eine Notlösung eben. Die Sachen waren schon halb abgeladen, da strahlt Tim das Signal ab nicht für die paar Kilometer alles ab und wieder aufbauen zu wollen. Nach kurzer  Beratung fällt der Entschluss: um 7 Uhr in Turin bei Fritz und Rike zu sein. Die würden ja sowieso nicht mit uns rechnen.

Weiter geht’s auf die Autostrada. Es ist 4 Uhr in der Frühe, die Strasse belebt sich. Das einzige was sich bei uns belebt sind die Monster Müdigkeit und Unlust. (Anm. von Toni: ich hätte nie gedacht, dass einem Menschen der Sekundenschlaf auf einem Zweirad ereilen kann. Ich wurde von einem überholenden Blumenlaster geweckt!!!). Wir vertreiben die Beiden mit einer schnell gekochten China-Suppe aus Büchsen. Campingkocher können ja soooo praktisch sein.

Wieder frisch und aufgemuntert nehmen wir die restlichen Kilometer in Angriff. Die Autobahn ist auf langen Strecken im Umbau begriffen. Viele Baustellen, keine Standstreifen und unangenehm zu fahren. Noch unangenehmer sind die italienischen LKW-Fahrer, die versuchen uns mit minimalst Abständen zu überholen.

Und dann, endlich: TORINO! Wir irren noch 30 min durch die Stadt bis wir unser Ziel, einen Campingplatz, finden. So um 6:30 Uhr etwa steht Tim vor einem VW-Bus aus Giessen. In freudiger Erwartung eines Frühstücks nebst Espresso klopft Tim an die Scheibe. Nach 5 Minuten warten kommt ein grimmig schauender Fritz zum Vorschein. Tja, hat wohl keiner damit gerechnet, dass wir zum Frühstück in Turin sind. Nach 21 Stunden Non-Stop-Vespa- Fahren können wir auch richtig stolz auf uns sein.

Thomas haut sich geradewegs in seinen Schlafsack (Anm. von Tim: sah aus wie ein Kondom mit Vollbart). Tim und Toni tun was für den Nikotinspiegel, bauen noch schnell ihr Zelt auf um sich kurz aufs Ohr zu hauen.

Wir sind da – jetzt kann die EUROVESPA losgehen. Und wir alle freuen uns riesig darauf.

 Freitag Mittag

Lange konnten Thomas, Tim und Toni nicht schlafen. Das gnadenlos straff organisierte Programm zwang uns um die Mittagszeit (und unausgeschlafen) wieder auf die Roller. Motivation sieht anders aus. Allerdings weiß jeder der Mal an einer Eurovespa teilgenommen hat, der Adrenalinspiegel steigt sobald man sich dem Zielfahrtplatz nähert und man tausende von Vespas sieht. (Anm. von Tim: Arsch geleckt! Nix is bei mir gestiegen. Ich war noch todmüde).

 Um 13.00 Uhr gings los. Hunderte von Vespas setzten sich in Bewegung. Unser Etappenziel hieß Autodromo di Lombardore. Ja ihr habt richtig gelesen, es ging auf eine Rennstrecke. So richtig gefreut hat sich ganz bestimmt unser Fritz. Das wär doch was gewesen wenn er seinen Lederkombi und seine getunte TPH dabei gehabt hätte. Aber auch so haben Rike und Fritz eine „bella figura“ mit Ihren Vespas abgegeben. Und selbst der Thomas zuckelte mit seiner lahmen Cosa über die Strecke.

 Indes hatten sich Toni und Tim ein gemütliches Plätzchen gesucht. Den Beiden waren mittlerweile Bierbecher an den Händen festgewachsen. Sie träumten von einem schönen Strand, dicken [………], saftigen Steaks und noch mehr Bier. Steaks bekamen wir später. Allerdings nicht saftig sondern trocken was zur Folge hatte, dass mit noch mehr Bier gespült werden musste. Irgendwann fing es an zu nieseln. Die vielen Vespafahrer verließen die Rennstrecke und auch wir machten uns zurück zum Campingplatz um dort den Spätnachmittag zu verbringen. Ganz besonders zu erwähnen wäre Fritzis Schraubeinlage in Form einer Notoperation am offenen Herzen (Motor zerlegt!) des Vespa-Gespanns unseres Zeltplatznachbarn. Nun ja, Fritz muss halt immer schrauben. Rike, Tim und Toni gingen unterdessen an die Zeltplatz-Bar einen trinken. Sie lernten einen Schweizer Vespafahrer kennen, der eine lustige Geschichte zu erzählen hatte. Er hatte aus Versehen ein Kinderzelt zum Campen eingepackt. Dieses war für ihn natürlich viel zu klein. So schlief sein Oberkörper im Zelt und sein Unterkörper außerhalb des Zeltes. Schade, dass wir kein Foto davon machen konnten.

Samstag 17.Juni

Morgenstund hat Zweitaktdunst im Mund. Gegen Acht knatterten die ersten Vespas an unserem Zelt vorbei. Wieder nicht ausgeschlafen begann heute der große Tag der Vespa Korsos und des großen Abend-Dinners. Ein kleines Frühstück gönnten wir uns noch und los gings zum Zielfahrtplatz, der Piazza Castello, mitten in Turin. Natürlich traf man hier den ein oder anderen Bekannten aus Deutschland und Österreich. Gegen 11.00 Uhr ertönte ein bekanntes 2-Takt-Geräusch aus allen Ecken der riesigen Piazza. Der erste Korso des Tages stand auf dem Programm. Bei über 4000 Vespas, galt es, dass wir „Giessener“ uns nicht aus den Augen verlieren. Eine Disziplin, die besonders der Fritz hervorragend gemeistert hat. Neben Fahren, Staunen und Balkongästen winken schaffte er es mit spielender Leichtigkeit mindestens 20 Objektive zu wechseln, 1,5 Millionen Fotos zu schießen und uns im Blick zu behalten. Bravo Fritz. Spaß beiseite, wenn wir den Fritz nicht hätten, gäbe es nicht so tolle Bilder von der Eurovespa. Einen Korso mit dieser großen Anzahl an Vespas hatte es noch nie gegeben. Ein tolles Ereignis zum 60.jährigen Geburtstag der Vespa.

 Der Korso ging quer und wie sollte es anders sein, laut hupend durch die Stadt. Wohl dem, der eine funktionierende Hupe hatte (gelle Rike). Es ging richtig zügig voran. Das lag einerseits daran, dass viele Carabinieri, viel Polizia Stradale und viele Helfer die Kreuzungen absperrten und andererseits, dass es in Turin schöne breite Straßen gibt.  Ein paar Zwischenstopps sorgten dafür, dass den Teilnehmern wieder Sauerstoff zum Atmen zugänglich wurde und die blaue Dunstglocke in höhere Schichten der Atmosphäre entweichen konnte. Am Ende des Korsos bekamen wir alle ein Futterpaket. Bei dieser großen Anzahl an Teilnehmern eine logistische Herausforderung die die Italiener gut gemeistert haben. Was bei einer Eurovespa immer wieder mal vorkommen kann ist ein „spontaner Leistungsvergleich“ zwischen Blechreitern wenn die Strecke geeignet ist. Und die Strecke war einfach nur geil. Largeframe gegen Smallframe bedeutet soviel wie David gegen Goliath. Der fette Ösi auf seiner PX hatte trotz aufgeblasenem Zylinder und 1,5m³ Resonanzvolumen im Auspuff keine Chance gegen den Italiener auf seiner grazilen Fuffi Spezial. Man kann es nur so beschreiben: die Kleine ging wie die Sau.

Nach dem Verzehr des Lunch-Pakets gings zurück in die Stadt. Back in Torino City schlenderten wir durch die Fußgängerzone. Rike bestaunte sämtliche Schuh- und Handtaschengeschäfte und irgendwie waren unheimlich viele „nette Jungs“ unterwegs. Warum hat uns eigentlich keiner gesagt, dass der Weltschwulentag an diesem Wochenende in Turin stattfindet? Einige Stunden, Gespräche und weitere 1,5 Millionen Fotos später hat es doch tatsächlich angefangen zu regnen. Es hinderte uns aber nicht daran auf der Piazza Castello die unzähligen Buden mit Vespazubehör, Bekleidung (u.a. Vespa-Strings) usw. zu besuchen. Einzig Rike war von dem Wetter nicht ganz so begeistert (so war es doch, oder?).

Auch der hartgesottenste Vespa-Fahrer muss mal kurz ausspannen. Wir fuhren zurück auf den Campingplatz um uns auszuruhen, zu duschen und um uns mental auf den 2. Korso und die Vespa-Fahrer-Massenspeisung vorzubereiten.

 Samstag Abend

Der 2. Korso des Tages geht los. Und wieder bringt der Vespenschwarm jeglichen Verkehr in Turin zum erliegen. Diesmal erwartet uns kein Lunchpaket, sondern wie immer Samstag Abend bei einer Eurovespa üblich, ein Abend-Dinner. Gemäß dem internationalen Charakter dieser Veranstaltung hatte man eine tolle Location ausgewählt: das Olympiastadion in dem ein paar Monate vorher die olympischen Winterspiele 2006 ausgetragen wurden. Nach schier endloser Zeit des Wartens vor den Toren einer großen Halle neben dem Olympiastadion, öffneten sich diese spärlich um den scheinbar wohl organisierten Zutritt frei zu geben. Auf das Essen mussten wir gar nicht warten, denn die Vorspeise stand bereits auf dem Tisch. Sehr klug, denn man wusste wohl von anderen Eurovespa Veranstaltungen, dass hungrige Vespistis anfangen mit dem Geschirr zu klappern, wenn das Essen nicht rechtzeitig kommt. Kaum war die Vorspeise gegessen wurde, auch schon der nächste Gang gereicht. Wow, was für eine Organisation dachten wir! Zu früh gefreut.

Die nächsten Gänge kamen dann doch mit einiger Verzögerung. Aber egal, das Essen war gut und wir wurden alle satt.

Gegen 22.00 Uhr, der Nachtisch steckte uns noch im Hals, ertönte eine diktatorische Stimme aus Lautsprechern die uns aufforderte, den Saal sofort zu verlassen, die Vespas aufzusuchen und sich der Korsoführung anzuschließen. Ganz sicher hätten einige der traditionsbewussten Eurovespateilnehmer (und Tim) eine dem Anlass etwas angemessenere Abendveranstaltung mit Pokalverleihung erwartet. Aber die Zeiten ändern sich (Anm. von Toni: und das ist gut so). Und so wurde uns auf der Piazza Castello eine etwas dürftige Abendveranstaltung geboten. Wobei die Anzahl der dann verliehenen Pokale, der der vorhandenen Toiletten entsprach. Genau 2. Der Showmaster auf einer eigens aufgebauten Bühne ließ 60 Jahre in Form einer Modenschau revue passieren. Eine nette Idee. Aber es fehlte ein bisschen Pepp bei der ganzen Show. Als alles vorbei war zogen wir los in ein Kaffee um einen Absacker zu trinken. Leider wurden wir etwas enttäuscht, denn es gab nur noch Getränke in Dosen und kein Bier mehr. Das Bier hatten bestimmt die Engländer und die Holländer gesoffen. Also fuhren wir zum Campingplatz um uns mit Getränken vor Fritzis VW-Bus zu setzen und den Abend ausklingen zu lassen.

 Sonntag Morgen

Gemeinsames Frühstücken und Packen unserer Sieben Sachen. Thomas fährt zur Piazza um an einem weiteren Korso teilzunehmen. Rike und Fritz fahren an den Lago Maggiore um Ihren restlichen Urlaub dort zu verbringen. Tim und Toni fuhren den Beiden hinterher um noch einen Abend mit weichen Bett und eigener Dusche am Lago zu verbringen.

 Montag Morgen

Tim und Toni fahren früh los. Über irgendeinen Pass Richtung Schweiz wo sie kopfschüttelnd von einem schweizer Zöllner durchgewunken werden. Nach der Durchquerung des Lötschbergtunnels in einem Eisenbahnwaggon gönnten sich die Beiden eine ordentliche und ausgedehnte Mahlzeit bei einem Ferrari fahrenden Gastronom.

Bei einem Tankstopp an einer Raststätte nahm Tim seinen Vergaser auseinander um den Luftfilter zu reinigen. Nach einer Stunde vergeblichen reinigens und Vollgasorgien im Stand (Anm. von Toni: die schlafenden LKW-Fahrer habens gedankt und sich Tims Nummernschild gemerkt) stellte Tim fest, dass die Lenkkopfabdeckung lose war. Das hatte dazu geführt, dass der Tacho 10 Km/h zu wenig anzeigte. Also nix wars mit Luftfilter zu. Zwischenzeitlich bekamen wir auch eine SMS von Thomas mit dem Hinweis, dass er gut und ohne Zwischenfälle zuhause angekommen ist  Es wäre eine wunderschöne Rückreise geworden, wenn es nicht 3 Stunden vor dem Ziel angefangen hätte wie aus Kübeln zu regnen. Nun musste Tim doch den hässlichsten Regenkombi den die Regenkombiindustrie je hervorgebracht hatte anziehen. Auf der Wetterau machten die Beiden noch mal halt um die letzte gemeinsame Eurovespa-Tour-Kippe zu rauchen.

Fazit:

Mission accomplished – Ziel erreicht. Was in diesem Falle heißt: Tim, Thomas und Toni waren pünktlich zum Frühstück in Turin. Womit keiner gerechnet hatte. Und wer fährt mit zur Eurovespa 2007 nach San Marino.

Dieser Bericht wurde geschrieben vom Bärtigen, Tim und Toni