Oktober 2011 Abrollern in Frankfurt


Hätte Leonardo Da Vinci ein Panoramabild von Frankfurt malen sollen, er hätte sich bestimmt auf den Lohrberg gestellt….aber dazu später.

Am Sonntag den 16. Oktober  vormittags, wenn faule Studenten noch schlafen und  gestresste Jungfamilien Brunchen,  fahren 2 VCG-Landeier (Fritz und Toni) Richtung Süden in die Großstadt am Main um den Frankfurter Würstchen mal zu zeigen wie man Roller fährt.

Nach ein paar Kilometern dachte ich mir nur verfluchte Sch…. ist das kalt. Warum tu ich mir das an? Aber bis Frankfurt ist es ja nicht weit und gutes Wetter war vorausgesagt. Wir eierten übers Land und genossen den Morgentau über der Wetterau. Zum Glück roch es nicht nach Kuhmist. Ich freute mich schon auf 2-Takt-Gestank. Nur noch durch das Mineralbrunnenstädtchen Bad Vilbel durch und schon näherten wir uns der Frankfurter Skyline. Jetzt erst mal eine Tankstelle aufsuchen um die Roller tourentauglich zu befüllen und Fritz’s Navigationssystem zu aktivieren.

Tief in die Stadt eingedrungen kreuzten  die ersten einheimischen Roller unseren Weg.  Ja, da war es wieder das Gefühl, dass ich bekomme wenn‘s Richtung Zielfahrt oder Treffensplätze geht…. und kurz vor der nächsten roten Ampel noch von einer richtig geilen gelben 150er GL überholt worden. Der Treffensplatz in Sachsenhausen konnte nicht besser sein. Ein großes Wasserspiel und eine Tappasbar mit gutem Kaffee, scusi Cappuccino natürlich, was will man mehr. Bis zur Abfahrt blieb genug Zeit um sich gegenseitig zu beschnuppern und die Roller zu bestaunen (ja, es waren wieder mal ein paar richtig schöne Schätzchen dabei). Ich meine natürlich Roller und keine Frauen. Apropos Frauen da kam doch tatsächlich noch die Yvonne um die Ecke gerollt und ein wenig später unser „Highländer“ mit T5-Gespann.

Es war jetzt kurz vor 1 (in der Großstadt 13.00Uhr) und langsam wurden die Leute fickerig. Nach den Begrüßungsworten vom Organisator gab es nur 2 verbindliche Ansagen: „es wird nicht über rote Ampeln gefahren und es wird nur eine Fahrspur belegt. Ok, dachte ich, sollte mit knapp 40ig Rollern auch kein Problem sein. Jedes einzelne Sträßchen zu benennen durch das wir gefahren sind würde Euch einschläfern. Nur so viel: es war ein gemütliches Cruisen durch Frankfurt nach dem Motto der Weg ist das Ziel. Aufgeregte Kurzstreckensprints wie man sie von unseren Ausfahrten kennt gab es nicht. Also Gasgeben nur in homöopathischen Dosen. Sehr auffällig war die große Anzahl an Fuffis. Leiden die Frankfurter auch bei den Rollern unter Parkplatznot ;-)?

Nach etwas über einer Stunde cruisen durch Frankfurt wird der Magen eines  VCGler  langsam nervös. Als hätte es eine direkte Verbindung zwischen dem Fahrtenleiter und meinem Magen gegeben ging es Stadtauswärts Richtung Blumengroßmarkt, dann irgendwann nach rechts abgebogen an vielen Schrebergärten vorbei  dann in einer parkähnlichen Anlage vorbildlich die Roller in Reih und Glied abgestellt und dann den Helm abgezogen. Und dann, wow, was ein herrlicher Ausblick vom Lohrberg hinab auf Frankfurt. Merkt Euch diesen Ort für einen Ausflug. Hätte Leonardo Da Vinci ein Panoramabild von Frankfurt malen sollen, er hätte sich bestimmt auf den Lohrberg gestellt und auch diesen sonnigen Tag ausgesucht. Nach einem kleinen Würstchen und Binding Snack und Exilgespräche mit einem Landsmann mit einer wunderschönen  GS4 ging es weiter.

Das 2. Ausflugsziel an diesem Tag war ganz nach dem Geschmack vieler Vespa-Oldtimer-Fans. In der Klassikstadt in Frankfurt werden keine klassischen Musikinstrumente sondern hochwertige Oldtimer ausgestellt. Wir Rollerfahrer hatten aber an diesem Nachmittag gar kein Interesse durch die Gänge zu wandeln. Si Signori, wir wollten den Nachmittag mit Vespengeschwafel und Cappuccino genießen.

Mein Statement zu diesem Tag. Gut dass Fritz und ich an diesem Tag früh aufgestanden sind und unterwegs gefroren haben sonst hätten wir nicht so viele nette und verrückte Leute mit Ihren Rollern kennengelernt.  Danke den Organisatoren für die schöne Tour und die schönen Locations. Wir sehen uns bestimmt nächstes Jahr wieder.

Toni Leonardo